Betreuung – Individuell und Würdevoll

Der Einzug in ein Seniorenheim bedeutet ein einschneidendes Ereignis im Leben eines jeden Menschen. Durch kontinuierliche Begleitung und Betreuung von Anfang an, durch Pflegepersonen und durch den Sozialen Dienst, versuchen wir dieses Ereignis so positiv wie möglich zu gestalten.

Oberstes Ziel besteht für uns darin, jeden uns anvertrauten Menschen so zu akzeptieren, wie er ist und seine persönliche Würde und individuelle Persönlichkeit jederzeit zu achten. Somit besteht die Basis unseres Handelns darin, Biographiearbeit zu leisten, die persönlichen Fähigkeiten und Ressourcen zu entdecken und zu fördern sowie mit verschiedenen, dem Bewohner angepassten Angeboten einer eventuell drohenden Isolation sowie körperlichem und geistigem Abbau solange wie möglich entgegenzuwirken.

Aktivitäten im Seniorenheim gehören zur Betreuung

Unser Bewohner Peter Nein beim Bepflanzen des Gemeinschaftbalkons.

Förderung der Lebensqualität

Dabei ist es wichtig, die Lebensqualität, ergänzend zum empathischen Kontakt der Pflegepersonen zum Bewohner während der täglichen Betreuung und Hilfe, das körperliche als auch psychische Wohlbefinden und die Zufriedenheit mit der neuen Lebenssituation zu fördern. Eine abwechslungsreiche Tagesgestaltung/ -strukturierung an 7 Tagen der Woche soll hierbei behilflich sein.

Das Angebot setzt sich aus mehreren möglichen Maßnahmen zusammen:

✓ Sinnvolle Beschäftigungsangebote (kreativ, hauswirtschaftlich etc.)
✓ Persönliche Zuwendung (insbesondere in der Eingewöhnungsphase und Krisensituationen)
✓ Geistig-intellektuelle Anregung
✓ Angebot zum Erhalt körperlicher Fähigkeiten
✓ Teilnahme an internen und externen kulturellen Veranstaltungen

Orientiert an den vorhandenen Fähigkeiten werden körperliche, kognitive, emotionale und soziale Kompetenzen ermittelt und individuell stabilisiert, um eine größtmögliche Mobilität, geistige Leistung, psychische Ausgeglichenheit und die eigene Selbstständigkeit längstmöglich zu erhalten.

Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit (tägliche Teilnahme an Pflegeübergaben und gemeinschaftlich erstellte Pflege-und Therapieplanungen) und Teilnahme an internen und externen Fortbildungsmaßnahmen sind Grundprinzipien unserer Arbeit, denn „Ihr Wohlbefinden liegt uns am Herzen“.

Hier finden Sie die Beschäftigungsangebote für Haus 1 und Haus 2.

Unser Team in der Ergotherapie

Ergotherapie im Seniorenheim

Kristin Haßfeld (Fachergotherapeutin Geriatrie/ Gerontopsychiatrie) und Anita Wagner (Ergotherapeutin, Fachkraft für Gerontopsychiatrie, Gedächtnistrainerin), v. L.

Unser Haus beschäftigt zwei Ergotherapeutinnen (mit Zusatzqualifikationen) und drei Betreuungsassistent/innen (nach §87b SGB XI).

Betreuungsassistenten im Seniorenheim

Unsere Betreuungsassistenten: Bärbel Schütt, Elisabeth Krämer und Bernd Willmann (v. L.)

Ein Haus, das zum Wohlfühlen einlädt…

Ich sehe die Mitarbeiter der sozialen Betreuung im Umgang mit meiner Mutter als sehr engagiert an. Neben verschiedensten Beschäftigungsangeboten wie Backen, Sing-, Gymnastik- und Spielerunden oder einfach nur „ein offenes Ohr“ für Gespräche organisieren sie noch viele Veranstaltungen. Sowohl Ausflüge als auch Musiknachmittage, insbesondere aber die jahreszeitlich orientierten Feste werden aufwendig und liebevoll organisiert. Das trägt nun seit mehr als fünf Jahren sehr zum Wohlbefinden meiner Mutter bei und es tut gut, sie in guten Händen zu wissen.

Angelika Stegmann,
Tochter einer Bewohnerin des Seniorenheims „Haus Wellengrund“.

Unsere Leistungsangebote im Bereich der Sozialen Betreuung im Detail

Ergotherapie ist ein medizinisches Heilmittel und wird bei gesundheitlich beeinträchtigten Menschen mit verschiedenen Störungen angewendet.

Sie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit (Voraussetzung, um selbstständig die alltäglichen und sozialen Herausforderungen zu bewältigen) eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind und hat zum Ziel, diese wieder zu erreichen oder im Bereich der Geriatrie (Altersheilkunde) größtmöglich zu erhalten. Hierbei dienen spezifische Aktivitäten dazu, dem beeinträchtigten Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.

Inhalte der Ergotherapie in unserer Einrichtung

  • ✓ Erhalt, Förderung und Stabilisierung von vorhandenen und verlorengegangenen geistigen, sozialen und
    körperlichen Fähigkeiten
  • ✓ Vermeidung/ Verminderung von Isolation
  • ✓ Schaffung sinnvoller Beschäftigungsangebote (individuell/ biografiebezogen) und Tagesstrukturierung
  • ✓ Förderung und Stabilisierung von Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeit, Konzentration und Orientierung
  • ✓ Förderung der Wahrnehmung in allen Sinnesbereichen
  • ✓ Erweiterung und Erhaltung eines größtmöglichen Bewegungsausmaßes aller Gelenke
  • ✓ Kontrakturenprophylaxe (insbesondere der immobilen Bewohner)
  • ✓ Sturzprophylaxe

Dementiell als auch psychisch veränderte Menschen haben einen erhöhten Beaufsichtigungs- und Betreuungsbedarf, der nunmehr seit August 2008 vom Spitzenverband der Pflegekassen anerkannt wird.

Diese gesetzliche Regelung (§87b SGB XI) ermöglicht es uns als stationäre Altenhilfeeinrichtung, zusätzliche Betreuungskräfte für unsere Bewohner einzustellen. Unsere Betreuungsassistent/innen leisten einen wertvollen Beitrag in unserem Haus und kommen dem erhöhten Betreuungsbedarf von dementiell veränderten Bewohnern nach.

Die Aufgabe liegt in der Förderung des Wohlbefindens, des physischen und psychischen Zustands, welches durch verschiedene Maßnahmen in Gruppen- und Einzelangeboten erreicht werden soll:

  • ✓ Spaziergänge und Ausflüge
  • ✓ Bewegungsübungen in der Gruppe
  • ✓ Musik hören, singen und vorlesen
  • ✓ Gesellschaftsspiele
  • ✓ Kochen und Backen
  • ✓ Malen und Basteln
  • ✓ Fotoalben anschauen
  • ✓ Erinnerungsarbeit
  • ✓ Handwerkliche Arbeiten, leichte Gartenarbeiten
  • ✓ Gespräche über Alltägliches aber auch über Sorgen
  • ✓ Präsenz, um Ängste zu nehmen sowie Sicherheit und Orientierung zu vermitteln
  • ✓ Zimmergestaltung
  • ✓ Besuch von Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen
  • ✓ Kurzaktivierungen

Die Anzahl der dementiell veränderten Menschen als auch die der alten Menschen mit anderen psychiatrischen Erkrankungen (z.B. Depressionen) steigt stetig an. Die Pflege und Betreuung dieser alten Menschen ist äußerst anspruchsvoll und erfordert ein großes Maß an Sensibilität.

Mitarbeiter der Pflege und Betreuung sowie Ergotherapie müssen sich auf diese neue große Patienten- und Bewohnergruppe sowie deren Verhalten einstellen können.

Hierzu ist es unerlässlich, gerontopsychiatrische Krankheitsbilder als auch deren Auswirkungen im Alltag zu kennen.

Unsere Einrichtung beschäftigt eine staatlich examinierte Ergotherapeutin mit der Zusatzausbildung zur „Gerontopsychiatrischen Fachkraft“, eine staatlich examinierte Ergotherapeutin mit Zusatzausbildung „Fachergotherapeutin Geriatrie/ Gerontopsychiatrie“ sowie eine examinierte Krankenschwester, die ebenfalls eine Weiterbildung zur „Fachkraft für Gerontopsychiatrie“ absolviert hat.

Die Soziale Betreuung in der Gerontopsychiatrie bieten Menschen, die unter gerontopsychiatrischen Krankheitssymptomen leiden, die Möglichkeit ihre eigenen Potentiale und Ressourcen (wieder) zu entdecken. Außerdem werden sie motiviert, durch die Erkrankung verloren gegangene oder verloren geglaubte Fähigkeiten wieder zu erlangen sowie bestehende zu erhalten.

Wir verfolgen dabei das Wissen, dass die Konzentration auf das individuelle Tun, Angstsymptome bindet und dass das kontinuierliche Tätigsein, in Gemeinschaft oder allein, Struktur und Sicherheit gibt und stabilisiert.

Bei allen uns anvertrauten Menschen beobachten wir das Grundbedürfnis nach Selbstbestimmung.

Ein respekt- und würdevoller Umgang mit dem betreuten Menschen zeigt sich für uns darin, ihn nicht verändern oder ihm unsere fachliche Perspektive aufzwingen zu wollen.

Wir unterstützen und begleiten unsere Bewohner, damit sie ihren eigenen Weg gehen können.